Mit Beginn des Herbstes, besuchten unsere zweiten Klassen das Regionale Umweltzentrum Hollen zum Thema Kartoffel. Sehr passend, da sich die SchülerInnen bereits im Sachunterricht mit der Geschichte der Kartoffel auseinandersetzen.

Mit der Theorie im Hinterkopf ging es ins Umweltzentrum, um auch praktische Erfahrungen hinsichtlich der Kartoffelernte sammeln zu können. Bevor wir uns, ausgestattet mit einer Schubkarre und Grabegabeln, auf den Weg zum Kartoffelacker machten, erfolgte bereits ein kleiner Einblick in unseren Tagesablauf. Nun konnten die Kinder es kaum erwarten, ihre eigenen Kartoffeln zu ernten.

Hochmotiviert machten wir uns auf den Weg, gruben hellbraune, dunkelbraune, ja sogar lilafarbene Kartoffeln aus und lernten somit unterschiedliche Sorten kennen. Als wäre das nicht schon spannend genug, fanden einige der SchülerInnen sogar die Mutterknolle sowie einen Kartoffelkäfer, den wir bislang nur in der Theorie betrachteten.

Der Rückweg zum Umweltzentrum erschien den Kindern weitaus länger als der Weg zum Kartoffelacker, sodass wir uns nach dem Sortieren der Kartoffeln in große und kleine Knollen zunächst einmal stärken mussten und gemeinsam frühstückten.

Und dann war der Tag auch schon wieder vorbei. Der Bus rollte bereits an, als sich einige Kinder darüber unterhielten, dass der Tag wie im Flug verging. Stampfend (wir hatten den halben Kartoffelacker unter den Füßen) liefen wir zum Bus zurück und stiegen mit fast sauberen Schuhen ein. Wir hatten einen wundervoll aufregenden und leckeren Tag hinter uns.

Um den Besuch im Regionalen Umweltzentrum mit den Worten eines Schülers abzuschließen: „Auch wenn der Tag heute sehr, sehr viel Spaß gemacht hat, freue ich mich, dass die Herbstferien keine Kartoffelferien mehr sind…jeden Tag bei der Ernte würde ich auch nicht helfen wollen!“ Mit langsam wirklich kalten Fingern kann ich die Worte meines Schülers wärmstens nachvollziehen und freue mich, dass nicht nur der praktische Teil des Themas Spaß gemacht hat, sondern auch theoretische Inhalte im Gedächtnis geblieben sind 😊.

Nach einer kleinen Spielpause waren die Kartoffeln bereit zur Verarbeitung. Die SchülerInnen schrubbten die Kartoffeln blitzeblank, um diese im Anschluss zu Ofenkartoffeln und Pommes zu verarbeiten. Während sich zwei Gruppen auf die Kartoffeln stürzten, rührte eine Gruppe einen leckeren Schnittlauchdip an, für den sie extra in den Kräutergarten des Umweltzentrums gingen, um frische Kräuter zu besorgen.

Die Mägen knurrten und die SchülerInnen konnten es kaum erwarten, endlich zu Mittag zu essen. Eine weitere Spielpause schuf etwas Ablenkung – bis die knusprigen Pommes den Weg in den Garten fanden. Während es eher eine Ausnahme ist, dass sich alle SchülerInnen ohne einen Hinweis der Lehrkraft leise versammeln, standen die Kinder perfekt aufgestellt und mucksmäuschenstill an der Essensausgabe. Die Ofenkartoffeln sowie die Pommes waren so lecker, dass selbst das gemeinsame Mittagessen von einer ruhigen Atmosphäre geprägt war.

 

Text von Vanessa Lühr.